Therapien
Elektrostimulation
Im fortgeschrittenen Stadium der Parkinson-Krankheit ist ein bestimmtes Areal der Basalganglien, der subthalamische Kern (Nucleus subthalamicus) überaktiv. Wenn man ihn durch regelmäßige gezielte elektrische Reize stimuliert, lässt seine Aktivität nach. Die mindert die Beschwerden (Steifigkeit und Bewegungsarmut) um ca. 70 Prozent und es verbessert die L-Dopa-Wirkung, so dass die Dosis um 50-60% reduziert werden kann.
Hierzu müssen die Patienten sich einer Operation unterziehen, bei der Elektroden durch die Schädeldecke ins Stammhirn gelegt werden und dort für die Dauer der Behandlung verbleiben. Wenn man andere Regionen des Stammhirns elektrisch anregt, kann das Zittern gemindert werden (VIM-Kern des Thalamus).
Nachwachsende Nervenzellen
Erkrankte Nervenzellen können durch einen gezielt eingebrachten Wirkstoff (GDNF; das ist ein Wachstumsfaktor aus fetalen Hirnzellen) angeregt werden, wieder Dopamin zu produzieren. Mit diesem Wirkstoff kann man auch ruhende Vorläuferzellen im Gehirn anregen, zu echten Nervenzellen zu reifen. Untergegangene Nervenzellen werden so ersetzt. Auch hierzu ist ein operativer Eingriff nötig.
Stammzellen.
Um untergegangene Nervenzellen zu ersetzen, können Stammzellen operativ in die Schwarze Substanz eingebracht werden, wo sie sich zu Nervenzellen entwickeln und Dopamin produzieren. In gegenwärtigen Versuchen werden solche Stammzellen aus abgetriebenen Embryos (embryonale Stammzellen), aus Nabelschnurblut von Neugeborenen oder durch Klonung von umprogrammierten Knochenmarkzellen des Patienten gewonnen. Damit aus den implantierten Stammzellen kein Tumor wächst, müssen jedoch erst einmal Wege zur Wachstumskontrolle erforscht werden.
In Bewegung bleiben
Tägliche Bewegung und geistige Aktivität sind hilfreich, um das Fortschreiten der Krankheit zu bremsen. Auch Krankengymnastik, Ergotherapie, Denksport und Sprachen lernen helfen geistig und körperlich beweglich zu bleiben.
Die L-Dopa-Therapie
Die L-Dopa-Therapie ist der wichtigste Schritt und hat sich über Jahrzehnte bewährt. In den ersten 5-7 Behandlungsjahren sind die Erfolge befriedigend. Jedoch wirkt L-Dopa nach einigen Jahren immer ungleichmäßiger, weil die Nervenzellen der Schwarzen Substanz fehlen und andere Nervenareale der Basalganglien sich verändern. Es kommt dann nach der Einnahme von L-Dopa zu Über- oder Unterreaktionen der Basalganglien, zu schlechterem Ansprechen auf L-Dopa und zu Halluzinationen und Verwirrtheit (L-Dopa-Spätsyndrom).
Deshalb wird möglichst spät und niedrigdosiert mit der L-Dopa-Therapie begonnen und die Dosis bei Beschwerden reduziert. Bei Patienten unter 70 Jahren wird zunächst ein Dopamin-Ersatzstoff verabreicht, um den Beginn der L-Dopa-Therapie aufzuschieben. Gleichmäßigere Verabreichungsformen als die Tabletteneinnahme werden erprobt, um Über- und Unterreaktionen zu verringern (implantierte Pumpen, Pflaster).
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